Hafnium-Ring

Technische und kaufmännische Fragen zur Herstellung von Schmuck

Hafnium-Ring

Beitragvon ddeml » 06.07.06 13:55



Hallo,

ich bin eigentlich auf dem Gebiet "Schmuck" ein Voll-Laie, da ich normalerweise weder Schmuck trage, geschweige denn selber welchen herstelle. Aber ich habe - ursprünglich ausgelöst durch seinen Namen - einen Spleen für Hafnium (mein Nachname ist Hafner).

Ich würde mir jetzt gerne einen Ring aus Hafnium anfertigen lassen. Einen groben Querschnitt des Rings kann der interessierte Goldschmied hier runterladen. Die Masse sind variabel, weil ich mir mit den Proportionen nicht sicher bin. Die zum Finger gerichtete Seite ist unten. Die drei äußeren "a" Flächen sollten einen gebürsteten Look in längsrichtung haben oder sonst irgendwie ein vergleichbares anisotropisches Reflexionsverhalten aufweisen. Der Rest sollte glatt oder gleichmäßig rauh sein. Das wäre zumindest meine Traumvorstellung.

Anhand dessen, was ich hier im Forum gelesen habe, glaube ich eine ungefähre Vorstellung davon zu haben, wie schwierig dieses Material ist und bin das Aussehen betreffend natürlich für Kompromisse und/oder Alternativen offen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand bereit wäre, mir dieses Schmuckstück anzufertigen.

Grüsse - Richard Hafner
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Re: Hafnium-Ring

Beitragvon Marc Stenzel » 06.07.06 15:11



Das Problem liegt in erster Linie im hohen Schmelzpunkt und in der schwer kalkulierbaren Härte des Materials. Wegen Ersterem dürfte sich kein Goldschmied finden, der Hafnium legieren, gießen oder schweißen will/kann. Zweiteres macht auch die Verarbeitung rein spanend/kaltverformend riskant. So weit ich bisher Verarbeitungsdaten gesehen habe, müsste die Härte reinen Hafniums zur Herstellung eines Fingerringes gerade ausreichen, ob sie sich aber durch Kaltverformung so weit steigern lässt, dass auch eine mattierte Oberfläche realistisch wird, ist fraglich. Wenn überhaupt, erscheint eher eine grob gefeilte Oberfläche ratsam, da diese optisch außerordentlich kratzunempfindlich ist.

Da Hafnium sich an der Luft mit einer dünnen passivierenden Oxidschicht überzieht, müsste man auch vorab prüfen, ob es optisch sehr stört, wenn infolge Abriebs stellenweise blankes Hafnium zu sehen sein wird.
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Re: Hafnium-Ring

Beitragvon ddeml » 07.07.06 08:54



Welcher Art ist das Risiko bei der spanenden/kaltverformenden Bearbeitung? Ich stelle gerne Materialproben zur Verfügung um das Verhalten zu testen.

Der Look von grob gefeilten oberflächen wie z.B. die hier oder die hier gefällt mir. Vielleicht kann man ja die "Kerben" vorzugsweise in eine Richtung gehen lassen?
Wäre an der zum Finger gerichteten Seite eine glatte Oberfläche möglich oder vielleicht sogar geeigneter als eine Texturierung?

An der Hafnium Crystal Bar, die ich habe, konnnte ich keine Farbveränderung durch Oxidierung feststellen. Aber das werde ich nochmal testen.
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Re: Hafnium-Ring

Beitragvon Marc Stenzel » 29.07.06 20:38



ddeml hat geschrieben:Welcher Art ist das Risiko bei der spanenden/kaltverformenden Bearbeitung?

Man kann den (ohnehin dürftigen) technischen Angaben nicht die Feinheiten der Verarbeitung entnehmen, z.B. ob das Material bei Drehen zum Splittern oder Schmieren neigt, welches Werkzeug, welche Einstellungen und welche Kühlung sich empfiehlt.

ddeml hat geschrieben:Ich stelle gerne Materialproben zur Verfügung um das Verhalten zu testen.

Super, anders geht es nicht.
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Re: Hafnium-Ring

Beitragvon ddeml » 01.08.06 18:18



Ich habe mich inzwischen mit Uschy Schleipfer getroffen und ihr das Material zum Testen und Verarbeiten übergeben.

Wenn sich jemand für die weitere Geschichte interessiert, darf er sich gerne bei mir melden. :-)
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