Hallo Cassia,
eines gleich vorweg: Gold ist immer Gold. Es gibt hier keine
Artenvielfalt. Gold ist das einzige Metall mit einer gelben Farbe. Erst wenn es mit anderen Metallen vermischt (legiert) wird, kommt es zu Farbveränderungen.
Beispiel:
Umgangssprachlich sagen wir "Der Ring ist aus Rotgold" - genauer wäre jedoch: "Der Ring besteht aus einer Legierung mit 750 Teilen Gold. Bei den Zuschlagsmetallen (die restlichen 250 Teile) überwiegt der Anteil des Kupfers mit 220 Teilen gegenüber dem von Silber, welches seinerseits mit nur 30 Teilen in der Legierung vertreten ist."
Das sagt natürlich kein Mensch! "Rotgold" ist viel kürzer. Eventuell ein Grund, warum viele glauben, es gäbe Gold (also das reine Metall) in verschiedenen Farben. Dem ist, wie Sie sicher schon vorher wußten

, nicht so.
Die Legierungsbestandteile bei
Farbgolden sind in der Regel Gold, Silber und Kupfer.
Bei den sogenannten
Weißgolden werden dem (gelben!) Gold in der Regel Palladium, Kupfer, Silber und Nickel hinzugefügt. So genügen beispielsweise 150 ‰ (Promille) Palladium, um die Legierung zu "entfärben".
Bei
Silberlegierungen ist das ähnlich. Der "925er" Legierung werden neben den 925 Teilen Silber noch 75 Teile Kupfer hinzugefügt. Als Name für diese Legierung hat sich das klangvolle Wort Sterlingsilber durchgesetzt.
Auch
Platin wird in der Regel für Schmuckzwecke legiert. Legierungpartner sind hier Kupfer, Palladium, Iridium, Wolfram oder Kobalt. Welches von den genannten (Edel)Metallen hinzulegiert wird, hängt vom jeweiligen Verwendungszweck ab. Für federnde Teile wie z. B. den Nadelstiel einer Brosche wird gern eine Platin-Iridiumlegierung (800/000) verwandt.
Zu Mißverständnissen führt allerdings manch Werbung, wonach Platin das "edelste" aller Schmuckmetalle sei. Das trifft
nicht zu. Richtig ist, das Platinlegierungen für Schmuckzwecke sehr hoch legiert sind - in der Regel mind. 950 Teile Platin enthalten.
"Edel" im physikalischen (elektrochemische Spannungsreihe) Sinne meint jedoch, ob ein Metall "edler" als Wassserstoff ist oder nicht. Hier liegt Platin erst an dritter Stelle hinter dem Iridium und dem Gold, welches in diesem Sinne das "edelste" Metall ist.
Mario Sarto