Nickel in Weißgold erlaubt?

Nickel in Weißgold erlaubt?

Beitragvon nic » 28.02.04 11:51



hallo !

bisher war ich der ansicht, daß nickel nicht mehr in schmuck verarbeitet werden darf. ist das so richtig? oder darf nickel bis zu einem bestimmten prozentsatz in den verschiedenen legierungen vorkommen?
der betreffende ring ist mit 585 gestempelt.

vielen dank im voraus für die antworten!

grüsse, nic
nic
 

Re: Nickel in Weißgold erlaubt?

Beitragvon Marc Stenzel » 28.02.04 12:25



nic hat geschrieben:hallo !

bisher war ich der ansicht, daß nickel nicht mehr in schmuck verarbeitet werden darf. ist das so richtig?


Ist leider so nicht richtig - da fehlt das Kleingedruckte:

Nickelhaltige Metalle dürfen nicht für Schmuck verwendet werden, der dazu bestimmt ist, in Kontakt mit Wunden zu kommen, also z.B. Piercing-Schmuck für den Ersteinsatz.

Ferner dürfen nickelhaltige Metalle nicht für Schmuck verwendet werden, der zum dauerhaften Tragen auf der Haut bestimmt ist (also z.B. Ringe, nicht aber Broschen), sofern (!) die abgegebene Nickelmenge 0,5 µ pro cm² und Woche übersteigt.

Ich denke, die Verantwortung für diese Bestimmung zu übernehmen, dürfte für einen normalen Goldschmied so happig sein, dass er freiwillig die Finger von Nickellegierungen lässt. Tatsächlich aber gibt es bei den Lieferanten für Schmucklegierungen die nickelhaltigen Versionen nach wie vor zu kaufen, und offenbar werden sie auch gut verkauft.

Hier hilft nur, dass der Kunde sich ausdrücklich - eventuell sogar schriftlich - vom Goldschmied oder Juwelier bestätigen lässt, dass der Schmuck nickelfrei ist.


Wie knifflig dieses Thema ist, kann man daran erkennen, dass ja auch unsere Euro-Münzen offenbar die o.g. Bedingungen nicht erfüllen und höhere Nickelwerte abgeben.



nic hat geschrieben:der betreffende ring ist mit 585 gestempelt.


Das besagt leider nichts über die verbleibenden 415 Teile. Es könnte sich sowohl um Nickel- als auch um Palladium-Weißgold handeln. Wie jemand so schön in einem anderen Thread hier formulierte: "Ihr Goldschmiede seid mir ein Rätsel. An euren Stempeln kann man erkennen, wieviel drin ist, aber nicht was drin ist."
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Re: Nickel in Weißgold erlaubt?

Beitragvon crashtestdummy » 28.02.04 14:03



Marc Stenzel hat geschrieben:Hier hilft nur, dass der Kunde sich ausdrücklich - eventuell sogar schriftlich - vom Goldschmied oder Juwelier bestätigen lässt, dass der Schmuck nickelfrei ist.


Als Nichtfachmann frage ich mich, ob Goldschmiede oder Juweliere solch eine Erklärung überhaupt abgeben können? Wird ihnen denn von wiederum ihren Lieferanten eine verlässliche Garantie gegeben?
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Re: Nickel in Weißgold erlaubt?

Beitragvon nic » 28.02.04 14:21



vielen, vielen dank für die schnelle antwort!

...das mit der schriftlichen bestätigung des goldschmieds (wahrscheinlich müsste ich in dem laden erst mal einen finden... :? ) dürfte nun nicht mehr funktionieren, da sich der ring ja schon an meinem finger befindet.

ich habe privat kontakt zu einem labor für werkstoffprüfung, und den ring -neben den kratzern an der oberfläche und kerben an der ringkante- mal auf seine bestandteile untersuchen lassen. neben kupfer (25,58%), zink (10,24%) und rhodium (6,18%) sind auch 8,15% nickel enthalten.

mir stellt sich nun die frage, ob diese 8,15% die besagte menge nickel von 0,5µ/cm² und woche abgeben?
nic
 

Re: Nickel in Weißgold erlaubt?

Beitragvon Marc Stenzel » 28.02.04 14:52



nic hat geschrieben:neben kupfer (25,58%), zink (10,24%) und rhodium (6,18%) sind auch 8,15% nickel enthalten.

Durch die Rhodium-Anteile wäre das eine sehr ungewöhnliche Nickelweißgold-Legierung.


nic hat geschrieben:mir stellt sich nun die frage, ob diese 8,15% die besagte menge nickel von 0,5µ/cm² und woche abgeben?

Knifflig. Neben den recht komplexen Wechselwirkungen in der Legierung selbst spielen dabei auch Umgebungsvariablen, wie zum Beispiel der Säuregehalt der Haut, eine Rolle. Zudem stellt sich die Frage, ob man den EU-Richtlinien vertrauen kann, ob diese Abgabe von Nickel wirklich "harmlos" ist und keine Schmuckallergien erzeugt.

Wenn der Ring nur ab und zu getragen wird, könnte man sich theoretisch mit einem Schutzlack innen auf der Ringschiene behelfen. Wenn der Ring ständig getragen werden soll und zudem sich der Aufwand lohnt, könnte man vielleicht über eine dauerhaftere Beschichtung der Ringschiene (z.B. Plattierung) oder über eine zusätzliche innere Ringschine aus unbedenklichem Palladium-Weißgold nachdenken.

Ein fähiger Goldschmied wird da sicher kompetent beraten können, wenn er den Ring sieht.
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